Wird es die Apotheke morgen noch geben?

Dies ist ein Geständnis: Ich gehe nicht in die Apotheke. Das liegt in erster Linie daran, dass ich selten krank bin. Trotzdem könnte ich z.B. Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken kaufen, statt im Drogeriemarkt oder im Internet. Drogeriemarkt ist aber billiger und Internet billiger und zusätzlich bequemer. Was könnte mich also doch noch in die Apotheke führen? Vielleicht ein Erkältungsmittel, wenn ich mal krank bin? Aber so eine Erkältung geht auch schnell wieder vorbei mit Ruhe und Tee.

Dr. Google

Also gut: Jetzt nehmen wir mal an, ich bin krank. Ein seltsamer Ausschlag auf der Haut, der immer größer wird. Was tun? Erstmal googeln. Vielleicht finde ich hier etwas? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es keine seltene Krankheit ist (stating the obvious). Demnach wird das geballte Schwarmwissen der Internetgemeinde mir bestimmt weiterhelfen. Ich suche also nach „Hautausschlag wächst“ und finde sofort fachkundige Hilfe bei Stern.de 😉. Der Stern titelt: „Wann zum Arzt?: Wenn der Fleck wächst.“ Also gut. Wieder nichts für die Apotheke – außer – ich bekomme beim Dermatologen erst in 3 Monaten einen Termin. Bewaffnet mit Wissen aus dem Internet werde ich wohl doch eine nahegelegene Apotheke vor Ort (#daumenhochfürmeineapothekevorort) aufsuchen. Das passiert in der Theorie, denn in der Realität habe ich keinen Ausschlag. Ich möchte aber aus Sympathie für die Apotheke vor Ort etwas finden, wofür ich hingehen könnte…

Trend und Gegentrend: Ab in die Zukunft!

Der Trend:

Ich drücke mal die fast forward Taste und wir reisen in die Zukunft. Die Versandapotheken wie DocMorris versorgen die chronisch kranken Patienten (Kunden) regelmäßig mit ihren Medikamenten. Amazon liefert per Drohne innerhalb von 3 Stunden jedes Medikament sicher und gekühlt überall hin. Das Rezept muss nicht abfotografiert werden. Der Arzt schickt es direkt zu amazon. Alles wird effizient, bequem, digital.

Der Gegentrend:

… jetzt weiß ich, warum ich in die Apotheke gehen würde (und werde es auch gleich verraten – ein kleines bisschen Geduld noch). Wenn jeder Trend einen Gegentrend hat, dann suche ich einfach den Gegentrend zum Trend. Was ist also der Gegentrend zu mehr Effizienz bei der Medikamentenversorgung? Vorschlag: Mehr Menschlichkeit, mehr Persönlichkeit, mehr Zeit für den Patienten. Wie wäre es mit einem Seminar für Gesunde z.B. zum Thema Ernährung. Da würde ich mich sicher blicken lassen, vielleicht sogar auch mal früher von der Arbeit gehen. Ich gebe aktuell viel Geld für Seminare aus und reise dafür auch mal von München nach Berlin. Ein Angebot an passenden Gesundheitscoachings oder Vorträgen zu Persönlichkeitsentwicklung am Abend in der Apotheke um die Ecke… das wärs.

Zurück aus der Zukunft: Die Gegenwart.

Vielleicht muss ich aber gar nicht in die Zukunft reisen dafür: Jan Reuter mit der Central Apotheke in Walldürn macht es vor:
So gehts. So freue ich mich auf die blühende Zukunft der Apotheken.